Generationenwechsel oder wie wird es mit 30

Simba: ‚Looks like the winds are changing.‘
Rafiki: ‚Change is good.‘
Simba: ‚Yeah, but it’s not easy.‘

Seit längerem stelle ich fest, dass ich mittlerweile in einem Alter bin (und ja, ich werde diesen Sonntag 30 Jahre), in dem man bereits einen Generationenwechsel bemerkt. Ich gehöre noch der „altmodischen“ Generation an, die mit bestimmten Werten großgezogen wurde. Es standen Höflichkeit und Respekt im Vordergrund. Das Ich-Sein und seine Meinung nach außen zeigen, gibt es in diesem Sinne nicht. Man schaut tatsächlich mehr darauf, was könnten andere von einem denken, so dass man sich eigentlich nicht frei bewegen kann.  Ein einfaches „ich mach das, was ich will und gebe nichts darauf, was andere denken könnten“ gibt es nicht.

Zwei Klassen des Generationenwechsels

Heutzutage existieren aber zwei Seiten von der oben beschriebenen neuen Generation:

  1. Einmal die, die wirklich auf alles scheißt und entsprechend keinen Respekt hat und auch nicht über weitere Konsequenzen nachdenkt. Diese „Gattung“ geht mir, ehrlich gesagt, sehr auf den Keks. Sie machen einem Angst und man weiß nicht, wo das dann noch hinführen soll. Ihr fehlt jegliches Mitgefühl oder überhaupt die Fähigkeit, auch an andere Menschen zu denken. Das Ego steht im Mittelpunkt.
  2. Dann gibt es noch die andere Generation, die intelligent ausgelassen sein kann. Was ich damit meine? Diese Gattung Mensch kann sie selbst sein, sich ausdrücken, wie sie ist. Aber gleichzeitig behält sie den nötigen Respekt und das nötige Mitgefühl gegenüber anderen Menschen. Ich finde diese neuen jungen Menschen klasse ? Und daher haben sie auch meinen Respekt, dass sie den Mut haben, einfach sie selbst zu sein.

Live-Situation

Dieser Generationenwechsel ist mir am Oktoberfest nochmal sehr deutlich geworden. Kollegen inkl. mir hatten einen Mittagstisch auf der Wiesn. Meine Generation wird erst mit ca. 2 Maß geselliger, offener und kontaktfreudiger. Eine Kollegin, ich schätze mal, sie ist ca. 23-24 Jahre, ist auf der Arbeit immer super nett, freundlich und auch respektvoll. Im Alltag wirkt sie etwas zurückhaltender, sagt aber das, was sie auch denkt und vertritt dann auch ihre Meinung. Aber sie weiß, wie sie ihre Meinung zu platzieren hat. Auf dem Oktoberfest hat sie dann die Arbeit Arbeit sein lassen und war ausgelassener, hat bei Liedern mitgesungen, geschunkelt, getanzt, gelacht, ist auf die Bank gestiegen etc. Und das gerade mal schon bei der ersten Maß. Sie brauchte den Alkohol nicht, um lebenslustiger zu sein. Sie war nur sie selbst und hat sich nichts dabei gedacht, was andere über sie denken könnten. Sie hatte ihren Spaß – ausgelassenen und befreiten Spaß. Ich habe nur dagesessen und war beeindruckt. Regelrecht beeindruckt. Ich habe mich ständig gefragt, wie es tatsächlich so leicht sein kann, Spaß zu haben und man selbst zu sein. Und da habe ich mich auch direkt wieder ertappt, dass ich doch eigentlich jetzt auch Spaß haben müsste etc. Aber da war direkt wieder dieser Zwang mit dabei. Es kam nicht aus mir selbst heraus, obwohl ich das eigentlich wollte. Man ist doch irgendwie beeinträchtigt und eingeengt in Sachen, die man macht. Was würde ich geben, um einmal so ausgelassen, direkt ich zu sein. Frei und offen. Ohne Angst zu haben, dass man etwas falsch machen könnte oder dass andere komisch über einen denken könnten. Es ist tatsächlich sehr strange, wie meine Generation sich das Leben selbst so schwer macht. Das „schnelle Glücklichsein“ ist leider nicht so leicht. Die neue Generation kann es jedoch auf Anhieb. Es liegt ihr im Blut. Sie muss nur aufpassen, dass sie den Grad zwischen respektvoller und hirnloser Generation hinbekommt.

Mit gutem Beispiel voran

Conni von Planet Backpack

Jemand, der dies auch sehr gut in die Tat umsetzt, ist Conni. Sie ist digitale Zen Nomadin. Sie ist im Online Business tätig, dabei aber völlig ortsunabhängig. Ein Zitat von ihrer Website ist folgendes:

FREIHEIT BEDEUTET,
JEDEN TAG DEINEM HERZEN ZU FOLGEN.

Und damit hat sie vollkommen Recht. Diese Frau fasziniert mich. Sie ist mit ihrem Körper und Geist im Reinen und ist dabei sowohl personen- als auch, wie bereits gesagt, ortsunabhängig. Sie macht das, was ihr gut tut. Dafür hat sie meinen vollen Respekt. Ihren Blog verfolge ich auch mit großem Interesse. Sie hat auch viele Tipps, um das eigene Leben glücklicher zu meistern und das überall auf der Welt. Nur müsste man diese Tipps auch nur mal anwenden. Sei es Yoga machen oder meditieren. Ich glaube, dass diese beiden Sachen sehr beruhigend und selbststärkend sein können. Ein weiteres Ziel (kein To-Do, es soll ja kein Zwang sein), welches ich dann ab 30 verfolge. Sie macht Lust auf mehr Leben und Reisen. Man muss mit sich selbst im Reinen sein, um das Leben mehr genießen zu können.

Kris von stilnomaden

Kris kenne ich noch von einem damaligen Praktikum im Bereich Kommunikationsdesign. Das ist schon ca. 10 Jahre her. Sie war Azubine und ich die Praktikantin. Schon damals war ich von dieser Frau beeindruckt und heute nur noch mehr. Meinen Respekt erhält sie, weil sie ihr Ding durchgezogen hat. Sie hat sich nicht den gesellschaftlichen Zwängen und Regeln gebeugt. Sie ist aus „dem Normalen“ ausgebrochen. Sie war in einem Designbüro tätig, bis sie eines Tages gemerkt hatte, dass sie diesen „stupiden, gezwungenen 9-18 Uhr, 5 Tage die Woche-Job“ nicht machen möchte.

WARUM MACHE ICH HIER DEN QUATSCH EIGENTLICH?

MAN KANN NIEMANDEN SO GUT BELÜGEN WIE SICH SELBST

MANCHMAL IST DER ABSOLUTE TIEFPUNKT DAS BESTE, WAS EINEM PASSIEREN KANN

Das Fernweh hat sie gepackt. Sie arbeitet nun von überall auf der Welt als Kommunikationsdesignerin, wahrscheinlich sogar mehr und länger als zuvor. Aber sie ist überall dort, wo es ihr gerade gefällt. Sie hat ihr Ding einfach durchgezogen, egal was andere darüber denken könnten. Sie hat es gemacht und für mich klingt und sieht sie glücklich aus. Wenn ihr mehr über sie oder über ihre Kollegen wissen wollt, kann ich euch nur den Blog stilnomaden empfehlen.

Mein Fazit zum Thema Generationenwechsel

Wie bereits gesagt, ich bin regelrecht beeindruckt von dieser unbeschwerten neuen Generation oder von den Menschen, die es bereits geschafft haben, sie selbst zu sein. Dieses Sein ohne weitere Ängste oder Zwänge. Ein Traum meiner Meinung nach. Aber klar, man weiß nie, was letztlich doch hinter jeder Fassade steckt. Jeder wird sein Päckchen mit sich tragen. Aber ich würde lieber in dieser Form meine Päckchen tragen, als jemand, der etwas verklemmter ist, der sich manchmal verbiegt um dazuzugehören etc. Ich befürchte sogar fast, dass es wesentlich einfacher wäre, man selbst zu sein.

Ich-Sein

Ich meine, ich werde am Sonntag 30 Jahre. Ja klar, ist es nur eine Zahl. Aber vielleicht kann man es auch als Anlass nehmen, um endlich einmal einige Dinge anzupacken. Es sollen aber keine leeren Versprechen werden, wie meist zu Silvester oder sonst sooft. Es soll ein neuer Lebensabschnitt in Angriff genommen werden. Und es ist jetzt mehr als Zeit genug, um endlich einmal ich selbst zu sein. Ich muss einfach nur mal zu mir selbst stehen und nicht ständig Angst haben.

Manchmal sollte man nicht alles kaputt denken und es stattdessen einmal wagen. Eigentlich sollte ich es mittlerweile wissen, denn es steht schon seit Jahren an meinem Handgelenk.

Dare to Fly

Es ist Zeit, es in die Tat umzusetzen.

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